

Aktuelle Informationen zu Darmkeim-Infektionen (EHEC)
Beachtung von Hygieneregeln bietet Schutz im Umgang mit Darmkeim-Erregern
Das aggressive Darmbakterium EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli) grassiert derzeit in Deutschland. Die Zahl der lebensgefährlichen Darminfekte ist auffällig gestiegen und hat bereits Todesopfer gefordert. Bundesweit müssen zahlreiche Menschen intensivmedizinisch betreut werden. Täglich werden neue Infektionen gemeldet und Verdachtsfälle registriert. Ungewöhnlich bei dieser Infektionswelle ist, so das Robert Koch Institut (RKI) in Berlin, dass von dem Darmkeim vor allem Erwachsene und in erster Linie Frauen betroffen sind.
Empfehlungen des RKI
Bei Seuchen gelten die üblichen Verhaltensregeln: Nach Tier- und Bodenkontakten sollten die Finger nicht in den Mund gesteckt werden. Rohes Fleisch und leicht verderbliche Lebensmittel stets bei Kühlschranktemperatur aufbewahren! Beim Kochen sollten Lebensmittel durchgegart werden, um Bakterien abzutöten (mindestens zehn Minuten auf 70 Grad). Die Hände zwischendurch und regelmäßig gründlich waschen! Bretter, Geschirr und Besteck gründlich spülen! Der Bundesgesundheitsminister rief alle Bürger dazu auf, besonders penibel auf die Einhaltung von Hygieneregeln zu achten. Obst und Gemüse sollten intensiv gereinigt werden. „Wenn es erste Anzeichen von blutigem Durchfall gibt, sollten die Bürgerinnen und Bürger schnell einen Arzt aufsuchen.“
Die EHEC-Infektion
Das erste Anzeichen für eine EHEC-Erkrankung ist ein wässriger Durchfall, der von Übelkeit und Erbrechen begleitet wird. In schweren Fällen kommt es zu krampfhaften Bauchschmerzen, Blut im Stuhl und Fieber. Der EHEC Erreger ist seit den achtziger Jahren bekannt. Die WHO zählt ihn zu den gefährlichsten Keimen. Nur wenige Mikroben reichen aus, um den Organismus zu befallen. Der Erreger ist hochgiftig und zerstört Darm- und Nervenzellen. In besonders schlimmen Fällen werden die Innenwände der Blutgefäße in den Nieren geschädigt. Unbehandelt oder zu spät diagnostiziert kann das Bakterium tödlich wirken. Die Opfer sterben an Nierenversagen und Harnvergiftung. Gut die Hälfte der Überlebenden erleiden schwere Nieren- und Nervenschäden.
Der Keim gelangt in der Regel über Lebensmittel vom Tier zum Menschen. EHEC-Infektionen können auf vielfältige Art und Weise übertragen werden. Dabei handelt es sich stets um die unbeabsichtigte orale Aufnahme von Fäkalspuren, wie z.B. bei Kontakt zu Wiederkäuern, vor allem Rinder, Schafe und Ziegen, aber auch Wildwiederkäuer (z.B. Rehe und Hirsche) oder beim Verzehr kontaminierter Lebensmittel. Vereinzelt wurde nachgewiesen, dass auch andere landwirtschaftliche Nutztiere sowie Heimtiere EHEC-Bakterien ausscheiden. Doch ihre Bedeutung für die Verbreitung des Erregers und für Infektionen beim Menschen wird vom RKI als gering eingestuft. Auch eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist möglich. Der EHEC-Erreger wird nicht durch eine Tröpfcheninfektion, wie zum Beispiel bei einer Erkältung übertragen, sondern wird im direkten Kontakt mit Infizierten oder dem Bakterium weitergegeben. Eine Ansteckungsfähigkeit besteht, solange EHEC-Bakterien im Stuhl nachgewiesen werden. Die Inkubationszeit* beträgt zwischen zwei und zehn Tagen, durchschnittlich liegt sie bei drei bis vier Tagen.
Verhaltensregeln bei Erkrankten
Wichtig ist: Betroffene müssen bei den ersten Anzeichen direkt zum Arzt gehen! EHEC - Erkrankte müssen viel trinken, um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen! Durch Hygiene lässt sich das Risiko einer EHEC -Infektion deutlich einschränken. Von einer Selbstmedikation aus der Hausapotheke ist abzuraten!
Darüber hinaus gilt: Alle Personen mit Durchfall sollten darauf achten, dass strikte Hände-Hygiene eingehalten wird, insbesondere gegenüber Kleinkindern und immungeschwächten Personen. Von einer Therapie mit Antibiotika ist abzuraten. Der Grund: Die Bakterien schütten für den menschlichen Körper gefährliche Gifte aus. Die Verwendung einiger Antibiotika kann diese Toxin-Ausschüttung im Körper anstoßen.
Eigentlich kann sich der gesunde Körper gut gegen unerwünschte Eindringlinge wie EHEC Keime wehren, denn der Magen-Darm-Trakt verfügt über eine Vielzahl von Abwehrfaktoren. Allerdings kann die Darmtätigkeit geschwächt sein, wie zum Beispiel durch Antibiotika, psychische Probleme oder durch einen unausgeglichene Hormonhaushalt.
Zum Thema EHEC können Sie sich an das Robert Koch-Institut, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, das Verbraucherministerium sowie die Hotline des Gesundheitsministeriums (01805 - 99 66 01) wenden.
Außerdem helfen Ihnen unter unserer medizinischen Hotline Tropen- und Infektionsmediziner rund um die Uhr weiter:
Tel.: 01802 112115
(6 ct. je Anruf. Mobilfunk max. 42 ct. je Min.)
