

09.09.2010 - Tag des alkoholgeschädigten Kindes in Herford
Pro Jahr werden in Deutschland mehr als 4.000 Kinder mit Fehlbildungen geboren, die durch den Alkoholkonsum der Mütter während der Schwangerschaft verursacht werden (Fetales Alkoholsyndrom – FAS; früher). Hinzu kommen 15.000 bis 30.000 Kinder mit alkoholbedingten kognitiven und intellektuellen Schäden (FAE- Fetale Alkoholeffekte), die nicht erkannt oder deren Ursache nicht mit dem mütterlichen Alkoholmissbrauch in Zusammenhang gebracht werden.
Zu diesem Thema bietet die Selbsthilfegruppe FAS World e.V. Bünde eine Info-Veranstaltung heute von 15 bis 18 Uhr in unserem Kundencenter, am Kleinbahnhof 5 in Herford an. In diesem Zusammenhang machen die Mitglieder der Selbsthilfegruppe darauf aufmerksam, dass der Verein „Rad und Tat“ aus Herford ebenfalls das Thema aufgegriffen hat und am Abend im Elsbach-Haus um 19.30 Uhr eine themenbezogene Filmvorführung anbietet. Gezeigt wird die Verfilmung „The broken Cord“ von Michael Dorris über ein alkoholgeschädigtes Kind. Der Deutsche Titel lautet „Der lange Weg ins Leben“.
FASD (Oberbegriff für alle fetalen Alkoholschäden) ist die häufigste nicht genetisch bedingte Behinderung und zu 100 Prozent vermeidbar, wenn die werdende Mutter auf Alkohol während der Schwangerschaft verzichtet. Alkohol in dieser Zeit verursacht körperliche Missbildungen, wie Minderwuchs, Mikrophalie, Herzfehler, Verhaltensstörungen, und Defizite in der geistigen Entwicklung.
Viele leibliche Eltern können ihre Kinder mit FASD, aufgrund ihrer eigenen Problematik, nicht versorgen. Diese Kinder kommen in Pflege- oder Adoptivfamilien, die häufig nicht über die Alkoholschädigung des Kindes aufgeklärt werden. Sie nehmen diese Kinder ahnungslos mit großer Liebe und Hingabe an und verstehen nicht, warum sie im Alltag scheitern.
Seit über 35 Jahren ist das Fetale Alkoholsyndrom in Deutschland bekannt. Noch gibt es sehr wenige Erwachsene mit dieser Diagnose. Auch sie Menschen benötigen Hilfe und Begleitung. Weil die Zahl 9 auch für neun Monate Schwangerschaft stehen kann, gilt der 9. 9. weltweit als „Tag des alkoholgeschädigten Kindes“. Dieses Datum nutzt die FAS-Selbsthilfegruppe, um über die fatalen Folgen zu informieren.
Weiterführende Informationen:
www.fas-owl.de.

