Brustkrebsfrüherkennung / discovering hands

dh_Untersuchung_4.jpg

Der hochsensible Tastsinn blinder Frauen rettet Leben - die Wirksamkeit der Taktilographie wurde wissenschaftlich bestätigt

Die Früherkennung ist bei Brustkrebs meist entscheidend, um die Krankheit zu entdecken, solange sie noch heilend und mit geringerer Belastung behandelt werden kann. Nicht der Knoten in der Brust ist lebensbedrohlich, sondern später auftretende Metastasen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 70.000 Frauen an Brustkrebs, 18.000 sterben daran. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung und eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen.

„Discovering Hands“ ist eine neue medizinische Tastuntersuchung der Brust. Hierbei wird die Brust durch Frauen mit Erblindung oder Sehbehinderung zur umfassenden Diagnostik von pathologischen Brustveränderungen untersucht. Aufgrund ihrer besonderen Tastfähigkeiten wird die Früherkennung von Brustkrebs nachhaltig verbessert, laut Studien werden so circa 30 Prozent mehr Gewebeveränderungen erkannt.

Medizinisch-Taktile Untersucherinnen (MTU) können Heilungschancen verbessern und somit das Leben von Patientinnen retten. Nach einer neunmonatigen Qualifikation mit Abschlussprüfung arbeiten hochgradig sehbehinderte MTU nach einem standardisierten und qualitätsgesicherten Konzept als Tastspezialistinnen in der Brustkrebsfrüherkennung. Die Taktile Brustuntersuchung findet in persönlicher Atmosphäre statt und bietet Raum für eine individuelle Beratung zur Brustgesundheit. Während der je nach Brustgröße 30- bis 60-minütigen Untersuchung tastet die MTU mithilfe von selbstklebenden Orientierungsstreifen die Brust sowie die Lymphknoten Millimeter für Millimeter systematisch in drei Tiefenschichten schonend ab.

Die MTU kann keinen „Krebs tasten“, sondern lediglich Gewebeveränderungen lokalisieren. Im Taktilogramm dokumentiert sie ihren Befund graphisch für den Facharzt. Dieser bewertet den Befund, stellt die abschließende Diagnose und trägt die Verantwortung dafür. Auffällige Befunde klärt er per Ultraschall ab und leitet ggf. die weitere Diagnostik gemäß S 3-Leitlinie ein. Frauenärzte/innen selbst haben bei der jährlichen Vorsorgeroutine nur wenige Minuten Zeit zum Brustabtasten.

Die Taktilographie ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Ultraschall oder Mammographie: Sie ist eine zusätzliche Methode zur Früherkennung. Die besten Ergebnisse erzielen MTU und Arzt/Ärztin in Kooperation, wie eine Studie des Brustforschungszentrums an der Universität Erlangen zeigt.

 

 

Mehrleistung Brustkrebsvorsorge 

Über die geregelten Vorsorgeuntersuchungen hinaus erstattet die BKK HMR im Einzelfall die Kosten in Höhe von maximal 49,50 € pro Kalenderjahr für eine Brustkrebsuntersuchung durch blinde und sehbehinderte Menschen mit der Qualifizierung als medizinisch Tastuntersucherinnen (MTU) unter folgenden Voraussetzungen: 

  • Sie weisen anhand einer ärztlichen Bescheinigung eine familiäre oder medizinische Vorbelastung für Brustkrebs nach
  • die Untersuchung wird von einer Fachärztin/ einem Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe veranlasst

Zur Kostenerstattung reichen Sie uns bitte die personifizierte Originalrechnung sowie die ärztliche Bestätigung der oben genannten Vorbelastung ein. 

 

Praxisfinder

Auf der Seite von discovering hands finden Sie Praxen, die eine Brustkrebsuntersuchung durch blinde und sehbehinderte Menschen anbieten. 

> Hier gehts zum Praxisfinder