Krankengeld

Wird ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig, zahlt der Arbeitgeber während der Arbeitsunfähigkeit das Entgelt grundsätzlich für sechs Wochen weiter. Der Anspruch entsteht erst nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Allerdings werden frühere Arbeitsunfähigkeitszeiten wegen derselben Krankheit angerechnet, wenn sie innerhalb bestimmter Fristen aufgetreten sind. Die Dauer der Entgeltfortzahlung kann sich dann dementsprechend verkürzen. In fast allen Fällen ist das steuerfreie Krankengeld im Versicherungsschutz eingeschlossen. Für die Zeit des Krankengeldbezuges erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt weiterhin eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, welche gleichzeitig für die Zahlung des Krankengeldes relevant ist.

Die Ausfertigung zur Vorlage bei der Krankenkasse reichen Sie uns bitte postalisch oder über unsere Online Geschäftsstelle innerhalb einer Woche ein.

Für Arbeitnehmer beträgt das Krankengeld 70 % des beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts (inkl. Einmalzahlungen), höchstens jedoch 90% des bisherigen Nettoarbeitsentgelts.

Im Jahr 2021 liegt der Kalendertägliche Höchstbetrag für das Krankengeld bei 112,88 €. Grundsätzlich führen wir davon noch  Beiträge zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung ab. Das Krankengeld wird regelmäßig der aktuellen Einkommensentwicklung angepasst.

Bitte informieren Sie Ihren Arbeitsgeber rechtzeitig über die Arbeitsunfähigkeit. 

Für dieselbe Krankheit besteht ein Krankengeldanspruch längstens für 78 Wochen (= 546 Kalendertage) innerhalb von drei Jahren. Die dreijährige Rahmenfrist wird von dem Tag an gebildet, an dem erstmalig Arbeitsunfähigkeit wegen dieser Erkrankung bestand. Zeiten, in denen das Krankengeld ruht, werden trotzdem auf die Anspruchsdauer angerechnet. Dieses betrifft insbesondere Zeiten, in denen der Arbeitgeber Entgeltfortzahlung leistet oder der Rentenversicherungsträger Übergangsgeld zahlt.

Der Anspruch auf Krankengeld ruht, wenn die Arbeitsunfähigkeit der Krankenkasse nicht innerhalb einer Woche nach deren Feststellung gemeldet wird.

            Beispiel:  Die Arbeitsunfähigkeit wurde am 14.04. ärztlich festgestellt.

                            Die Frist zur Meldung bei unserer BKK endet am 21.04.

                            Fällt das Ende der Frist auf ein Wochenende oder Feiertag, so verlängert

                            sich diese auf den nächsten Werktag.

Bitte beachten Sie, dass der Nachweis der Arbeitsunfähigkeit immer lückenlos erfolgen muss. Lückenlosigkeit liegt vor, wenn die Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Erkrankung spätestens am nächsten Werktag nach Ende der letzten Arbeitsunfähigkeit erneut ärztlich festgestellt wird. Bei einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die z.B. bis freitags ausgestellt ist, müssen Sie sich spätestens am Montag wieder bei Ihrem Arzt vorstellen. Sollte eine spätere Feststellung der Arbeitsunfähigkeit erfolgen, kann der Anspruch auf Krankengeld verloren gehen.

Ihr Krankengeld wird immer rückwirkend an Sie überwiesen.

Dies bedeutet, dass eine Auszahlung, bei fristgerechter Einreichung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei unserer BKK, jeweils bis zum Feststellungsdatum des Arztes (dies entspricht grundsätzlich dem Vorstellungstermin beim Arzt) erfolgt.

Beispiel: Ärztliche Feststellung der Arbeitsunfähigkeit am 14.04. (Feststelldatum auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung), bis einschließlich 30.04.

Eine Auszahlung des Krankengeldes erfolgt dann bis einschließlich 14.04.

Krankengeld wird kalendertäglich gezahlt. Erhalten Sie für einen vollen Kalendermonat Krankengeld, ist der Monat mit 30 Tagen anzusetzen.

Durch und während des Urlaubs darf der Heilungsprozess nicht gefährdet werden. Die Heilbehandlung hat Vorrang vor der Urlaubsreise. Bitte legen Sie uns rechtzeitig vorher eine entsprechende Bescheinigung Ihres Arztes / Ihrer Ärztin vor. Wir werden anschließend prüfen, ob wir Krankengeld zahlen können. Verbringen Sie Ihren Urlaub im Ausland, ruht grundsätzlich der Anspruch auf Krankengeld. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist für den gesamten Zeitraum der Urlaubsreise notwendig.

Steuer:

Entgeltersatzleistungen sind in der Steuererklärung anzugeben. Diese sind steuerfrei, unterliegen aber der Steuerprogression.  Als BKK HMR sind wir verpflichtet, dem zuständigen Finanzamt bis zum 28.02. des Folgejahres die Krankengeldhöhe sowie den Leistungszeitraum elektronisch zu übermitteln, dies erfolgt automatisch Einen Nachweis über die gemeldeten Daten geht Ihnen ebenfalls automatisch zu.

Rentenversicherung:

Sofern der Bezug des Krankengeldes Versicherungspflicht in der Rentenversicherung auslöst, melden wir die Zeit und Höhe des Krankengeldbezugs automatisch Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger. Einen Nachweis über die gemeldeten Daten geht Ihnen ebenfalls automatisch zu.

Zuschuss zum Krankengeld

Sollten Sie einen tariflichen Anspruch auf einen Zuschuss zum Krankengeld durch Ihren Arbeitgeber haben, benötigt Ihr Arbeitgeber die Höhe Ihres Krankengeldes. Üblicherweise setzt sich Ihr Arbeitgeber hierfür direkt mit uns in Verbindung. Ihr Einverständnis vorausgesetzt werden wir die Daten elektronisch oder schriftlich an Ihren Arbeitgeber melden.

 

Ansprechpartner

Team Geldleistungen
05221 1026 320