Fragen und Antworten zum Zusatzbeitrag

Wer entscheidet über den Zusatzbeitragssatz einer Krankenkasse?

Krankenkassen können einen Zusatzbeitrag zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens erheben. Dieser ist individuell von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich und wird dann erhoben, wenn der Finanzierungsbedarf einer Krankenkasse durch die Zuweisung aus dem Gesundheitsfonds nicht gedeckt ist. Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, das der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2016 bei 1,1 Prozent liegt. Daran werden sich wohl die meisten Krankenkassen bei der Berechnung ihres Zusatzbeitragssatzes orientieren.
 

Wenn meine Krankenkasse einen hohen Zusatzbeitrag nimmt – kann ich dann problemlos wechseln?

Wenn die Krankenkasse erstmalig einen Zusatzbeitrag erhebt oder ihren Zusatzbeitragssatz erhöht, kann der Versicherte seine Krankenkasse auch ohne Einhaltung der grundsätzlich bestehenden 18-monatigen Bindungsfrist wechseln. Hier räumt der Gesetzgeber ein Sonderkündigungsrecht ein.

Kein Sonderkündigungsrecht haben jedoch Mitglieder, bei denen aufgrund der Teilnahme an einem Wahltarif eine besondere Bindungsfrist gilt und diese noch nicht abgelaufen ist. Dies ist beim Abschluss eines Wahltarifes mit Krankengeldanspruch der Fall. Dieser Personenkreis kann erst nach Ablauf der Bindungsfrist von drei Jahren regulär kündigen.

Was passiert, wenn das Mitglied von seinem Sonderkündigungsrecht nicht rechtzeitig Gebrauch macht und die Frist nicht einhält?

Dann ist eine reguläre Kündigung möglich, wobei die dafür erforderlichen Voraussetzungen vorliegen müssen, insbesondere die Erfüllung der Mindestbindungsfrist von 18 Monaten.

Was ist mit den mitversicherten Familienangehörigen?

Die beitragsfrei mitversicherten Familienangehörigen haben kein eigenes Sonderkündigungsrecht, sind aber analog zum Mitglied ab dem ersten Tag in der neuen gesetzlichen Krankenkasse mitversichert. Auch dort haben sie Ansprüche gemäß dem gesamten Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung.

Wann bekommt der Versicherte nach Krankenkassenwechsel eine neue elektronische Gesundheitskarte (eGK)?

Wie bei jedem anderen Krankenkassenwechsel auch, gilt die eGK der alten Krankenkasse bis zum letzten Tag der Mitgliedschaft in dieser Krankenkasse. Sobald die Anmeldung bei der neuen Krankenkasse erfolgt ist, wird diese die Auslieferung einer neuen Karte übernehmen.

Gibt es auch die Möglichkeit, vom Zusatzbeitrag befreit zu werden?

Beitragsfreiheit – auch im Hinblick auf den Zusatzbeitrag – besteht nur, soweit das Mitglied Kranken-, Mutterschafts-, Eltern- oder Betreuungsgeld bezieht. Werden daneben weitere Einnahmen erzielt, findet der kassenindividuelle Zusatzbeitrag Anwendung.

Was gilt für Rentner?

Für versicherungspflichtige Rentner und Empfänger von Versorgungsbezügen gelten Veränderungen des Zusatzbeitrages mit einer Verzögerung von zwei Monaten.

Was gilt für Arbeitslosengeld II-Empfänger?

Für Bezieher von Arbeitslosengeld II gilt nicht der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz, sondern der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz. Dieser ist unabhängig davon zu erheben, ob die Satzung der jeweiligen Krankenkasse einen Zusatzbeitrag vorsieht oder nicht. Die Beiträge werden vom Leistungsträger gezahlt.

Werden allerdings von dem Versicherten neben dem ALG II weitere beitragspflichtige Einkünfte bezogen, wird auf diese zusätzlichen Einkünfte der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz erhoben. In diesem Fall trägt also das Mitglied selbst den Zusatzbeitrag.
 

Was gilt für Selbstzahler?

Bei Selbstzahlern gilt, dass der individuelle Zusatzbeitrag der Krankenkasse zusammen mit dem übrigen Krankenversicherungsbeitrag vom Mitglied selbst gezahlt werden muss, das sogenannte Quellenabzugsverfahren (automatischer Einzug vom Gehaltskonto) gilt nicht.